Eine Frau schreibt an einem Tisch in einem Archivraum, Publikum sieht zu

Ephemeral Sharings

Performance von Emilia Dorr

 

Ephemeral Sharings ist eine interdisziplinäre Performance, die den Status von persönlicher und sozialer Erinnerung im spezifischen Kontext institutioneller Archive erforscht. Das Stück überdenkt, wie institutionelle Rahmenbedingungen den Machtgebrauch bei der Bewahrung oder Unterdrückung von Erinnerung beeinflussen und wie persönliche und kollektive Akte des Erinnerns diesen Machtstrukturen widerstehen. Durch die Begegnung als Medium erforscht die Performance, wie ein kollektives und geteiltes Gedächtnis entsteht, das im institutionellen Archiv bewahrt, aber auch verschwinden kann, und lässt die Frage im Raum stehen: Was bedeutet es, unser eigenes Archiv heute zu schaffen?


Beteiligte:
Emilia Dorr: Regie, Performance
Tyler Cunningham: Konzept, künstlerische Begleitung
Marina Mihalchuk: Dramaturgische Unterstützung
Carlos G. Hernández: Sounddesign
Felix Glawion: Bühnenbild
Marina Zevako: Grafikdesign

Die Performance findet auf Englisch statt.


Aufführungen:
Sa. 20. September, 16 Uhr
Sa. 20. September, 18 Uhr
So. 21. September, 16 Uhr
So. 21. September, 18 Uhr

Reservierung: Tel. 0711.2022-444, anmeldung@lindenmuseum.de
Begrenzte Teilnehmer:innenzahl!

Näheres zu den Beteiligten:

 

Emilia Dorr (*1992) ist eine argentinische Choreografin und Performancekünstlerin, die seit 2021 in Stuttgart wohnt. Sie schloss ihr Studium in Choreografischer Komposition mit Schwerpunkt Körperausdruck an der Nationalen Universität der Künste (UNA) in Buenos Aires ab und hat einen Master-Abschluss in Theorie und Praxis der experimentellen Performance von der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart (HMDK). Die Arbeit von Emilia Dorr bewegt sich im Bereich interdisziplinärer Performance. Ihre Forschung konzentriert sich darauf, in Kontexten „in Beziehung zu treten“, um Andersartigkeit zu bewohnen und eine geteilte Erfahrung mit dem Publikum zu schaffen. Ihre Performances wurden auf vielen Festivals präsentiert, u. a. dem JETZT! Festival KulturRegion Stuttgart 2024, dem Stockholm Fringe Festival 2024 – wo ihr Stück Ways to Dig Up the Mountain für den Best Theater and Spoken Word Award nominiert wurde – und dem CURRENT Festival 2023. Neben ihren eigenen Projekten arbeitet Emilia Dorr in der Produktion und tritt als Performerin für andere Künstler:innen auf, darunter den Choreografen und Performancekünstler Tino Sehgal, das Performance-Duo Herbordt/Mohren und die amerikanische Komponistin und Performerin Jessie Marino. Sie war Artist-in-Residence beim Festival 10 Tage Freischwimmen 2024 und erhielt zusammen mit ihrem Kollegen Tyler Cunningham die Projektförderung im Bereich Darstellende Künste 2024 des Kulturamts der Landeshauptstadt Stuttgart.
https://emiliadorr.wixsite.com/emiliadorr

Tyler Cunningham ist ein in Stuttgart lebender Performer, Forscher und Perkussionist. Er ist Mitbegründer des PROMPTUS Collective, eines in New York ansässigen Performance-Kollektivs, das sich auf die Erforschung und Kultivierung einer transdisziplinären Praxis konzentriert, sowie von Nothing Else Left to Read (NEL2R), einem Kollektiv aus Toronto, das sich auf die Entwicklung von improvisierten Dauerarbeiten konzentriert. Er hat seine Arbeiten beim Fluxus Fest (NYC), Arts on Site (NYC), LOD muziektheater (Belgien), Flatpack Festival (Birmingham, UK), 7MPR Themed Dance Theatre (NYC), MISE-EN PLACE’s Open Bushwick Studios (NYC) und Ensemble Studio Theatre (NYC) gezeigt. Er war Teilnehmer des Internationalen Forums 2023 beim Theatertreffen und war Artist-in-Residence bei 6 TAGE FREI 2024 am Theater Rampe. Zusammen mit Emilia Dorr erhielt er die Projektförderung im Bereich Darstellende Künste 2024 vom Kulturamt der Stadt Stuttgart. Tyler Cunningham erhielt seinen Bachelor of Music an der Juilliard School, wo er mit dem John Erskine Prize in Scholastic and Artistic Achievement geehrt wurde, und seinen Master of Music an der University of Toronto.
www.tylercunningham.me

Marina Mihalchuk, gebürtige Belarusin, ist derzeit als freischaffende Regisseurin und Dramaturgin tätig. Sie hat Theaterwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität in München studiert. Dort gab sie ihr Regiedebüt und war auch als Schauspielerin und Dramaturgin aktiv. Im Jahr 2022 inszenierte sie am Schauspiel Stuttgart anhand von Briefen politischer Gefangener ein Stück über die Politisierung der belarussischen Gesellschaft: 18 Briefe und eine Fabel aus Belarus. Diese Briefe werden von Frauen rezitiert, die aus der Ukraine geflohen sind. Ihre letzte Inszenierung Das Eberfest am Theater Rampe mit den Künstler:innen des Kupalauski Theaters im Exil thematisiert die Absurdität des politischen Systems in Belarus. Marina Mihalchuk nahm am internationalen Forum des Theatertreffens 2023 teil. Als Dramaturgin hat sie die performativ-musikalische Installation Virucide betreut, die im Diakonissen-Bunker in Stuttgart stattfand. Sie war Artist-in-Residence beim 10 Tage Freischwimmen Festival 2024 im Theater Rampe.

Carlos G. Hernández (*1990 in Mexiko) lebt als Komponist in Stuttgart. Er studierte u. a. bei Mark Andre, Clemens Gadenstätter und Martin Schüttler. Sein Werk besteht hauptsächlich aus instrumentalen, multimedialen, installativen und elektronischen Stücken, die von Ensembles und Musiker:innen wie dem SWR-Symphonieorchester, der Dresdner Philharmonie, dem Ensemble Ascolta, Séverine Ballon, Nico Couck und Felix Nagl sowie an Veranstaltungsorten wie der Staatsoper Stuttgart, der Hellerau Dresden, dem Palacio de Bellas Artes México und dem DiMenna Center in New York aufgeführt wurden. In seiner Musik interessiert er sich besonders für die Beziehung zwischen Zeit und Klang und die sich daraus ergebenden Ausdrucksqualitäten sowie für musikalische Formen, die verschiedene Stile, Genres oder Disziplinen miteinander verbinden.
www.carlosghernandez.com

Felix Glawion ist ein deutscher Bühnen- und Kostümbildner, der für seinen minimalistischen, abstrakten Ansatz bekannt ist. Geboren in Pflaumheim (Bayern), studierte er an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, bevor er eine Karriere in Theater, Film und Fernsehen aufbaute. Er hat an Theatern wie dem Schauspiel Stuttgart, dem Stadttheater Aschaffenburg, dem Stadttheater Ingolstadt und dem ADK Ludwigsburg gearbeitet. Auch für ARTE und den SWR hat er Projekte realisiert. Glawion hat mit Regisseur:innen wie Yana Eva Thönnes, Jan Moritz Müller, Paul Auls und Emma Mae Zich zusammengearbeitet. Seine Entwürfe schaffen einfache, abstrakte Räume und Figuren, wobei das Licht eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Atmosphäre spielt. Seine Arbeiten zeichnen sich durch ihre Klarheit und Konzentration auf das Wesentliche aus.
www.felixgla.com

Gefördert durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart, das Linden-Museum Stuttgart und die Freie Tanz- und Theaterszene Stuttgart. In Kooperation mit: Das Schaudepot / die Institution

 

Eintritt

Solidarisches Preismodell:
€ 15/10/5