Das Linden-Museum bewahrt rund 450 Objekte aus dem Kulturerbe der Chagga in Nordtansania, die zwischen 1885 und 1918 während der deutschen Kolonialzeit oft in gewaltvollen Kontexten nach Stuttgart gelangten. Viele stehen in Verbindung mit entscheidenden Stationen im Leben von Mädchen und Frauen, die mit Festen, Gesang und Tanz begangen wurden und den Zusammenhalt der Gemeinschaft stärkten. Beim Transfer nach Deutschland und im Lauf der Zeit ging jedoch viel Wissen verloren.
Heute wird es gemeinsam mit Mitgliedern der Chagga rekonstruiert und in die Gegenwart gestellt. Von 2023 bis 2025 erforschte Dr. Valence Silayo, Fellow der Gerda Henkel Stiftung, die Sammlung mit Archivarbeit, Fokusgruppen und Gesprächen mit Familien, die sich als Nachkommen jener verstehen, die Kolonialherrschaft und Gewalt erlebten. Die Ausstellung verbindet historische Objekte mit aktuellem Wissen und vielfältigen Perspektiven – und zeigt, welche Bedeutung dieses über 100 Jahre alte Kulturerbe bis heute hat.
Begrüßung Prof. Dr. Inés de Castro Direktorin des Linden-Museums Stuttgart
Gespräch Dr. Fiona Siegenthaler und Dr. Valence Silayo Kurator:innen der Ausstellung
Musik D. Ukingo & Malek
Ohne Anmeldung
Hinweis: Bei der Eröffnung werden Fotos für Medien des Linden-Museums gemacht.
In Kooperation mit der Chagga Community. Gefördert von der Gerda Henkel Stiftung