Die Welt des Schattentheaters

3. Oktober 2015 bis 10. April 2016

Das geheimnisvolle Zusammenspiel von Licht und Schatten hat Menschen seit jeher in seinen Bann gezogen. Als kulturelle Ausdrucksformen dieser Faszination haben sich vor allem in asiatischen Ländern wie China, Indonesien und Indien reiche Traditionen des Schattentheaters entwickelt. Die Ausstellung zeigte anhand hochkarätiger Sammlungen die engen Verbindungen der Schattentheater-Traditionen Asiens und des Orients bis hin nach Europa.

 

Neben den Gemeinsamkeiten in Aufführungsprinzipien, Aspekten des Erzählens oder der Typologie der Figuren, rückten regionale Besonderheiten des Schattentheaters in den Fokus: In Indien, auf Java und in Thailand ist das Schattentheater im Rahmen von Tempelfesten auch zeremonielle Handlung, erzählt große Epen wie das Ramayana und ist bis heute Teil der kulturellen Identität. In China nimmt es Elemente der chinesischen Oper wie Musik, Kostüme und Masken auf und wird zu einem Gesamterlebnis in künstlerischer Vollendung, während es im Orient vor allem Spiegel der Gesellschaft war und das Publikum mit viel Witz und Humor im gemeinsamen Lachen vereinte.

 

Die Ausstellung zeigte bislang nicht präsentierte Stücke und wieder entdeckte Schätze der Sammlung des Linden-Museums. Zu nennen sind die Altbestände an südostasiatischen Figuren, die chinesischen Figuren der Sammlung Eger und die einzigartigen ägyptischen Figuren der Sammlung Kahle – die ältesten bekannten Schattenspielfiguren der islamischen Welt. Jüngere Sammlungen wie die indischen Figuren der Sammlung Seltmann und die türkischen Figuren des bekannten Meisters Ragıp Tuğtekin (1891 – 1982) ergänzten diese alten Bestände ebenbürtig.

 

Sichtbar wurde die künstlerische Meisterschaft und ästhetische Qualität der beeindruckenden Schattenspielfiguren, die Künstler wie Franz Marc inspirierte, und auch noch heute fasziniert. Die Begeisterung für das Schattentheater in Europa, die im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts einen letzten Höhepunkt erreichte, und die Weiterentwicklung zum zeitgenössischen Schattentheater, dargestellt mit Leihgaben des Internationalen Schattentheater Zentrums Schwäbisch Gmünd, waren ebenfalls Themen der Ausstellung.

Stimmungsvolle Inszenierungen erweckten Erzähltraditionen zum Leben und verbunden sie mit Musik, Gesang, Bild und Film. Mitmach-Elemente zur „Faszination Schatten“ boten Jung und Alt ein Ausstellungserlebnis für alle Sinne. Die Ausstellung wurde von einem facettenreichen Begleitprogramm umrahmt.

Mitmachen erwünscht
Im Schattenlabor kamen Kinder und Familien beim Silhouettenzeichnen, beim Experimentieren an Overhead-Projektoren oder beim Spielen auf einer kleinen Bühne auf ihre Kosten. Wie zaubere ich einen Hund mit den Händen? Und was steckt hinter der Geschichte vom „Müllmonster“?

 

Kinderheft
Auch das beliebte Aktionsheft war wieder kostenlos an den Kassen erhältlich. Kinder ab 8 Jahren lernten hier Flux kennen. Der bunte Vogel flattert durch die Bühnen, zwitschert wissenswerte Details, macht die Kinder mit seinen Freunden bekannt und stellt knifflige Aufgaben, die bei richtiger Lösung eine kleine Überraschung versprechen.

 

Unter Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission e.V.


Kooperationspartner der Ausstellung sind das Internationale Schattentheater Zentrum und das 10. Internationale Schattentheater Festival Schwäbisch Gmünd.

 

Mit freundlicher Unterstützung:
Deutsche Bahn

Medienpartner:
G/Geschichte