4 Mönche in roten Roben legen ein buntes Sandmandala - Blick von oben

Ein Mandala für den Frieden

Di. 7. April bis Sa. 11. April,
jeweils 10 bis 17 Uhr,
am 11. April 10 bis 15 Uhr


Legung eines Sandmandalas durch fünf Mönche des Klosters Tserkarmo in Ladakh, Nordindien

Mandalas haben für tibetische Buddhist:innen eine große Bedeutung. Diese wird deutlich, wenn man beobachtet, mit welcher Präzision, Ausdauer, Geduld und Liebe diese wunderschönen farbenfrohen, Kunstwerke gestaltet werden.

Sandmandalas sind im tibetischen Buddhismus heilige Kunstwerke, die durch präzise Handbewegungen, Rituale und Meditation entstehen. Aus farbigem Sand geschaffen, symbolisieren sie die Vergänglichkeit aller Dinge: Nach der Vollendung werden die Sandmandalas meist zerstört und in einem feierlichen Ritual wieder dem Wasser übergeben. Durch das langsame, achtsame Legen der Muster üben sich die Mönche in Konzentration, Mitgefühl und Weisheit, dienen als Lehrstück für Geduld und Harmonie und erinnern Besucher:innen daran, innere Balance, Mitgefühl und die Einheit aller Wesen zu kultivieren.

Sandmandalas sind aus buntem Sand gestreute kunstvolle und detailreiche buddhistische Bildnisse von großer spiritueller Bedeutung. Sie sind oft einer spezifischen Herzensqualität eines bestimmten Buddhas oder Bodhisattvas gewidmet. Sandmandalas entstehen in tagelanger meditativer Arbeit: Millionen feinster bunter Sandkörner ergeben durch die ruhigen Hände der tibetischen Mönche nach und nach filigrane Ornamente, Darstellungen von Buddhas und Bodhisattvas und verschiedenster glückbringender Symbole.

Das Sandmandala, das die Mönche aus dem Kloster Tserkarmo im Rahmen der diesjährigen Sandmandala-Tour streuen, ist Avalokiteshvara gewidmet. Dieses Sandmandala repräsentiert alle guten Eigenschaften des Avalokiteshvara, Bodhisattva des Mitgefühls und als Chenrezig Schutzpatron Tibets.

Im tibetischen Buddhismus gilt Avalokiteshvara auch als die Verkörperung des Mitgefühls aller Buddhas aller Zeiten. Viele Meister, darunter insbesondere der Dalai Lama, werden als Verkörperungen Avalokiteshvaras angesehen. Die weitaus beliebteste Anrufungsformel, das Mantra, lautet Om mane padme hum.

Die Wahl des Mandalas unterstreicht den Sinn der Mandala-Tour in verschiedenen deutschen Städten: den Frieden weiter zu verbreiten durch den Bodhisattva des Mitgefühls.

Insbesondere für Buddhist:innen ist bereits das Meditieren und Beten in der Präsenz eines solchen Mandalas eine besonders segensreiche und das Herz berührende Erfahrung und inspiriert sie zur Kultivierung eines guten, friedvollen Herzens.

Der Grund eines Mandalas ist tatsächlich nicht seine Schönheit und Pracht, sondern die Auseinandersetzung mit dem buddhistischen Übungsweg zur Befreiung von Leid und Leidenskreisläufen zum Wohle aller Lebewesen. Das fertige Sandmandala wird im tibetischen Buddhismus als Meditationsobjekt verwendet: Man meditiert über die tieferliegenden Bedeutungen der vielen Formen und Symbole des Mandalas. Denn jede Form, jede Farbe und jeder Ort im fertigen Sandmandala hat eine spezifische Bedeutung und repräsentiert bestimmte heilsame menschliche Eigenschaften sowie bestimmte Aspekte der Lehre des Buddha. Zur Meditation über das Mandala gehört auch die tägliche Rezitation ausführlicher Gebetstexte, die mit dem jeweiligen Mandala verbunden sind.

Die Streuung findet täglich von 10 bis 17 Uhr statt, mit einer Mittagspause von 13 bis 14 Uhr. Sie ist in dieser Zeit immer zugänglich. Jeder Streuungstag beginnt und endet mit einer 15-minütigen Puja, einem Gebet. Auch hierzu sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

 

Der letzte Tag der Streuung schließt um 15 Uhr mit einer Schlusszeremonie, einem Weltfriedensgebet und dem Zerstören des Mandalas. Begleitend wird das Mandala erläutert. 

 

Es gibt einen Stand mit Souvenirs aus Ladakh, an dem Produkte erworben werden können, die Projekte in Ladakh und im Himalaya unterstützen. Am Infostand liegen Materialien zur Sandmandala-Tour, zu den aktuellen Projekten in Ladakh/Indien und zu den Partnerorganisationen bereit.

Kinder sind herzlich willkommen und können gemeinsam mit den Mönchen eigene kleine Mandalas gestalten. 

In diesen anspruchsvollen Zeiten widmet sich die Peace Mandala Tour der Weitergabe zeitloser Werte wie Liebe, Mitgefühl, Weisheit, Frieden und Einheit. Durch die Schöpfung des heiligen Sandmandalas Avalokiteshvaras, des Buddha des Mitgefühls, präsentieren buddhistische Mönche eine lebendige spirituelle Kunstform – eine Meditation in Aktion. Mit achtsamem Gedenken laden sie alle ein, innezuhalten, zu reflektieren und wieder zu innerem Frieden, Mitgefühl und Weisheit zu finden. Mit jedem Sandkorn, das achtsam und ehrfürchtig gesetzt wird, wird das Mandala zu einem universellen Ausdruck von Mitgefühl und Weisheit, der Grenzen, Kulturen und Glaubensrichtungen überwindet. Die Mönche reichen allen Teilnehmenden liebevoll die Hand und schaffen einen gemeinsamen Raum der Harmonie, des Verständnisses, der kollektiven Einsicht und der globalen Heilung.

Möge dieses Mandala Herzen berühren, Weisheit wecken und uns an unsere gemeinsame Verantwortung erinnern, Mitgefühl zu kultivieren und Frieden in unserer Welt zu nähren.

In Kooperation mit: 

Gebühr

€ 6/4 inkl. Ausstellungseintritt